Swissmechanic: Kein Energie-Alleingang auf Kosten der KMU

Swissmechanic: Kein Energie-Alleingang auf Kosten der KMU
1. November 2016 Komitee

Swissmechanic hat aktuelle Daten bei der unabhängigen International Energy Agency (IEA) eingeholt, um die wirtschaftlichen Zusammenhänge und Folgen für den Werkplatz Schweiz beurteilen zu können. Der preisbestimmende Markt der Schweizer KMU ist die Welt, nicht die Schweiz. Im internationalen Vergleich sind die Energiepreise bereits hoch, der Anteil der erneuerbaren Energien stattlich und der Energieverbrauch niedriger als in den meisten anderen Industrienationen. Politisch motivierte, risikoreiche Vorstösse dürfen die Energie nicht unnötig verteuern. Deshalb stimmten die Swissmechanic Mitglieder auf der Delegiertenversammlung mit grosser Mehrheit für die Unterstützung des Referendums gegen das neue Energiegesetz.

Weinfelden / Appenzell – Die Energie- und Kostensituation der KMU der MEM Schweiz ist folgende:
Für die Wirtschaft als grösste Stromverbraucherin mit 60% des Schweizer Stroms sind die Kosten wesentlich für den Erhalt der Industrie in der Schweiz. Kommt es zu einem zusätzlichen Wettbewerbsnachteil, wandern Unternehmen weiter ab in das günstigere europäische Ausland. Der Werkplatz Schweiz hat bereits seit 2015 über 12 000 Arbeitsplätze verloren.

Im internationalen Vergleich liegen die aktuellen Stromkosten der Schweizer Industrie schon im oberen Preissegment. Die KMU der MEM müssen zusätzlich ein international hohes Lohnniveau, „Schweiz Aufschläge“ und niedrigste Margen durch den starken Franken kompensieren. Für zusätzliche Stromkosten reicht es nicht.

Der Energieverbrauch der Schweiz ist längst niedriger als der fast aller führenden Industrienationen. Um den Verbrauch in der Produktion weiter senken zu können, müssten die KMU in Anlagen und Maschinen investieren. Mit der aktuellen Geld- und Kreditvergabepolitik werden jedoch kaum mehr Mittel vergeben.

Die Analyse der der IEA als unabhängiges, internationales Institut zeigt auf: Beim Energieanteil aus erneuerbaren Energien liegt die Schweiz führend an vierter Position (!) aller Industrienationen. Nur die Schweiz und Norwegen kommen ohne Kohle in der Stromerzeugung aus. Als Vergleich der Stromgewinnung aus Kohle: Deutschland über 40%, Polen über 80%, Italien fast 20%, Niederlande annähernd 40%. Frankreich bietet die Alternative mit fast 80% Atomstrom. Das sind Länder, aus denen bei einem verfrühten Ausstieg teuer importiert werden muss.

In einem Krisenfall, zum Beispiel mit Russland, muss die EU zuerst die heimische Industrie und seine Bürger versorgen und wird nur „übrigen“ Strom teuer verkaufen. Die Schweiz wird wenig Einfluss auf den Preis, die Umweltverträglichkeit, die Erhältlichkeit und den Markt haben. Ökonomisch ist einseitige Abhängigkeit meist kostenintensiv.

Wirtschaftlich ist damit ein verfrühter Ausstieg unkalkulierbar und teuer. Entstehende Mehrkosten sind aktuell für die KMU MEM nicht mehr tragbar. Neben diesem wichtigen Entscheid der Swissmechanic Mitglieder auf der Delegiertenversammlung am Samstag in Appenzell, ist unser grösstes Anliegen an die Schweizer BürgerInnen: Bitte lehnen Sie mit Ihrer Stimme am 27.November die Atomausstiegsinitiative in der heutigen Form ab. Die Folgen wären erhöhte Preise, internationale Benachteiligung des Mittelstands, unkalkulierbare Abhängigkeiten, Versorgungsprobleme und letztlich geht es um die Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen mit Arbeitsplätzen in der Schweiz.

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