NEIN zur Schwächung des Standorts Schweiz

NEIN zur Schwächung des Standorts Schweiz
6. April 2017 Casimir Platzer, Präsident GastroSuisse

Das Energiegesetz ist der wichtigste Teil der Energiestrategie 2050. Es verursacht eine Schwächung des Wirtschafts-, Gewerbe- und Tourismus-Standorts Schweiz. Denn die Versorgungssicherheit mit Energie ist für den Werkplatz Schweiz zentral.

Den Urnengang am 21. Mai begrüssen wir deshalb sehr. Wenn die bewährte Energieversorgung der Schweiz umgebaut werden soll, dann ist das ein weitreichender Richtungsentscheid. Es ist daher nur konsequent, wenn das Schweizer Stimmvolk in dieser Frage das letzte Wort hat. Die KMU und Haushalte müssen letztlich die Kosten des Umbaus auch mit tragen und mit den neuen, zahlreichen Regulierungen kämpfen.

Folgen für Versorgungssicherheit wären fatal

Eine zuverlässige, sichere und auch günstige Energieversorgung ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren unseres Landes. Diese Attribute waren jahrzehntelang eine Selbstverständlichkeit in der Schweiz. Strom, Benzin, Heizöl, Gas, und Holz waren grösstenteils immer verfügbar.

Wir sind nicht gegen eine Neuausrichtung der Energieversorgung der Schweiz. Wir wehren uns aber gegen ein riskantes und unrealistisches Energiegesetz mit einem planwirtschaftlichen statt marktwirtschaftlichen Ansatz.

Doch die Energiestrategie will den gesamten Energieverbrauch bis zum Jahre 2035 um 43 % gegenüber dem Jahr 2000 senken. Dieses Ziel ist überambitioniert, wirtschaftsfeindlich und kaum erreichbar.

Der Verbrauch fossiler Energieträger wie Erdöl und Benzin soll durch Lenkungsabgaben halbiert werden. Die Energiestrategie will dies vorschreiben, ohne dass ein tragfähiges Lösungskonzept für Alternativen vorliegt. Denn die erneuerbaren Energien sind meilenweit davon entfernt, den Energiebedarf unseres Landes zu decken.

Zusammen mit dem Atomausstieg verursacht das Energiegesetz deshalb eine grosse Versorgungslücke, die langfristig auch nicht mit Stromimporten geschlossen werden kann. Gerade in den Wintermonaten drohen unseren Hotels und Restaurants deshalb Versorgungsengpässe mit Energie, Stromausfälle und Black-outs. Es darf nicht sein, dass wir uns eigenmächtig in eine solche Lage bringen!

Mit dem Energiegesetz den Ast absägen, auf dem wir sitzen

Wissen Sie, dass bereits heute rund 4 Milliarden Franken durch den Gastronomietourismus jährlich ins benachbarte günstigere Ausland abfliessen, nur weil die Leute vom Geschäftsessen über Familienfeiern bis zum Weihnachtsessen über die Grenze ausweichen? Das Geld fehlt der Schweizer Gastronomie.

Mit dem Energiegesetz wird dieses Problem noch grösser. Auf der einen Seite müssen die Gäste in der Schweiz immer mehr für Benzin, Heizung und Strom sowie für die Infrastruktur der erneuerbaren Energien bezahlen. Auf der anderen Seite müssen auch die Gastrobetriebe für die Energie ihrer Küchen und Kühlanlagen tiefer in die Tasche greifen und müssen wegen den überzogenen Auflagen in neue Geräte investieren. Kurz: Die Preise steigen, während die Schweizer Gäste noch weniger Geld zur Verfügung haben. Die Schere geht auseinander. Ganz ähnlich dürfte es den meisten Kleinunternehmen und Gewerbebetrieben gehen. Doch das Gastgewerbe und der Tourismus dürften die ersten sein, die es zu spüren bekommen.

Den harten Schweizer Franken können wir Gastgeber nicht selbst beeinflussen. Das Energiegesetz hingegen schon. Wir sägen damit endgültig am Ast, auf dem wir sitzen. Deshalb gilt es, das Energiegesetz am 21. Mai wuchtig abzulehnen.

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