Baumeisterverband: Lardi warnt vor dem «Sprung ins Ungewisse»

Baumeisterverband: Lardi warnt vor dem «Sprung ins Ungewisse»
18. April 2017 Energieinfo

An 13. April 2017 ist schweizweit die Abstimmungszeitung «Energieinfo» erschienen, in der die Nachteile der Energiestrategie aufgezeigt werden. In der italienischsprachigen Ausgabe «Infoenergia» warnt Gian-Luca Lardi, Zentralpräsident des Schweizerischen Baumeisterverbands, davor, dass ein Ja zur Energiestrategie ein «salto nel buio», also ein «Sprung ins Ungewisse, wäre.

Sie sind Präsident des Schweizerischen Baumeisterverbands und FDP-Politiker – warum lehnen Sie das Gesetz ab?

Die Energiestrategie ist eine Mogelpackung. Die Revision des Energiegesetzes basiert auf wenig glaubhaften Annahmen in Hinsicht auf den technologischen Fortschritt, den Energieverbrauch und die Kosten der Neuausrichtung des Energiesystems. Fakt ist: Die Kosten lassen sich nicht genau bestimmen. Mit den Richtwerten der Energiestrategie lässt sich darüber hinaus die Versorgungssicherheit nicht garantieren.

Was bedeutet dieses Gesetz für die Unternehmer, was wären die Konsequenzen?

Um die Energiekosten zu optimieren, benötigen wir einen freien und offenen Markt. Eine effiziente Produktion lässt sich mit einem liberalisierten Energiemarkt viel schneller realisieren. Mit der Energiestrategie machen Bund und Kantone genau das Gegenteil. Sie setzen auf ein gewaltiges Subventionssystem, neue Regulierungen und zusätzliche Verbote.

Welche Auswirkungen hat das neue Energiegesetz auf die Wirtschaft und damit auf die Arbeitsplätze im Tessin.

Eine Antwort auf diese Frage ist schwierig, weil das Gesetz auf so unsicheren Annahmen basiert, dass jede Voraussage über die langfristigen Konsequenzen unseriös wäre. In einer solchen Situation ist es entscheidend, prinzipiell auf ein möglichst unbürokratisches System ohne Subventionen zu setzen, um Falschanreize zu verhindern.

Warum ist Ihnen die Versorgungssicherheit so wichtig?

Weil unsere Gesellschaft nicht mehr dazu in der Lage ist, ohne Strom zu funktionieren – nicht einmal für kurze Zeit. Vor einigen Monaten war ich in Zürich, als es zu einem vierstündigen Stromausfall gekommen ist. Nichts funktionierte mehr, komplettes Chaos. Wenn sich so eine Situation regelmässig wiederholen würde, wäre dies ein gewaltiger Rückschritt für die gesamte Gesellschaft. Die direkten und indirekten Kosten wären gewaltig.

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